Eine neue Publikation im Journal of Management bündelt Erkenntnisse aus 303 internationalen Studien. Sie zeigt, wie Institutionen, Arbeitsplatz, Familie und individuelle Faktoren die Entscheidungen über den beruflichen Wiedereinstieg nach der Geburt prägen – häufig mit unterschiedlichen Folgen für Mütter und Väter.
Warum kehren Mütter und Väter nach der Geburt eines Kindes häufig unter unterschiedlichen Bedingungen in den Beruf zurück? Und warum bleibt diese Phase ein wichtiger Ausgangspunkt für geschlechtsspezifische Unterschiede bei Karriere und Einkommen? Diesen Fragen widmen sich Katharina Bader, Juliet Kele und Jana Oehmichen in der Publikation „Flattening the Baby Bump: An Interdisciplinary Review of Gendered Return-to-Work Decisions After Childbirth“, erschienen im Journal of Management. Die Autorinnen führen Erkenntnisse aus 303 internationalen Studien und unterschiedlichen Disziplinen zusammen.
Die zentrale Perspektive der Arbeit: Entscheidungen über die Rückkehr in den Beruf nach der Geburt entstehen nicht isoliert. Institutionelle Rahmenbedingungen, betriebliche Strukturen, familiäre Konstellationen und individuelle Faktoren greifen ineinander. Diese Wechselwirkungen können dazu beitragen, dass sich Erwerbsverläufe von Müttern und Vätern nach der Geburt unterschiedlich entwickeln. Gerade die Phase rund um die Geburt ist damit nicht nur eine private Übergangssituation, sondern ein entscheidender Moment für weitere Berufs- und Karriereverläufe. Die Synthese zeigt, dass Unterschiede zwischen Müttern und Vätern nicht auf einzelne Faktoren zurückzuführen sind, sondern im Zusammenspiel von institutionellen Rahmenbedingungen, Arbeitsumfeld, Familie und individuellen Entscheidungen entstehen.
Damit liefert die Studie nicht nur eine systematische Einordnung des bisherigen Forschungsstands. Sie zeigt zugleich, an welchen Stellen Organisationen, Politik und Gesellschaft ansetzen können, um den beruflichen Wiedereinstieg nach der Geburt fairer zu gestalten und langfristige Ungleichheiten in Karriere- und Einkommensverläufen zu verringern.