Was kommt zuerst: Zufriedenheit im Beruf oder Zufriedenheit mit dem Leben insgesamt? Ein internationales Forschungsteam hat diese Wechselbeziehung über längere Zeiträume untersucht und wurde dafür mit dem 2025 Journal of Organizational Behavior Best Paper 2nd Runner-Up Award ausgezeichnet. Prof. Dr. Christian Dormann von der JGU Mainz ist Co-Autor der ausgezeichneten Studie. 

Die Publikation „Happy Work, Happy Life? A Replication and Comparison of the Longitudinal Effects Between Job and Life Satisfaction Using Continuous Time Meta-Analysis“ wurde von einem internationalen Team verfasst: Christopher W. Wiese, Ph.D. (Assistant Professor, Georgia Institute of Technology), Prof. Dr. Christian Dormann (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Hoda Vaziri, Ph.D. (Associate Professor, University of North Texas), Louis Tay, Ph.D. (William C. Byham Professor of Industrial-Organizational Psychology, Purdue University), Prof. Dr. Bart Wille (Associate Professor, Ghent University), Zhuo Job Chen, Ph.D. (Professor, University of North Carolina at Charlotte), Lauren H. Moran (Ph.D. student, Georgia Institute of Technology) und Yuhua Li (Ph.D. candidate, Georgia Institute of Technology). 

Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitszufriedenheit und Lebenszufriedenheit über die Zeit miteinander verbunden sind. Dabei war der zeitliche Zusammenhang von Lebenszufriedenheit mit späterer Arbeitszufriedenheit im Durchschnitt stärker als der umgekehrte Zusammenhang. Wie groß dieser Unterschied ausfällt, hängt jedoch davon ab, auf welcher Ebene und über welchen Zeitraum die Beziehungen betrachtet werden. 

Eine zentrale methodische Grundlage der Arbeit ist die Continuous-Time Meta-Analysis (CoTiMA). Das Verfahren ermöglicht es, Ergebnisse aus Längsschnittstudien mit unterschiedlichen zeitlichen Abständen gemeinsam auszuwerten und die zeitliche Dynamik der untersuchten Beziehungen genauer abzubilden. 

Mit dem Best Paper 2nd Runner-Up Award würdigen die Herausgeber des Journal of Organizational Behavior die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit des internationalen Autorenteams und dessen Beitrag zum Verständnis der langfristigen Dynamik von Wohlbefinden im Arbeits- und Privatleben. 

Für die Wirtschaftswissenschaften der JGU ist die Auszeichnung zugleich ein sichtbarer Beleg für die internationale Forschungszusammenarbeit von Prof. Dr. Christian Dormann und für ein Forschungsprofil, das die zeitliche Entwicklung arbeitsbezogener Erfahrungen konsequent in den Mittelpunkt stellt.