Die Allgemeine Zeitung Mainz nimmt die Fußball-WM 2026 zum Anlass, Mainzerinnen und Mainzer zu interviewen, die aus den Ländern der Teilnehmernationen stammen. Für Südafrika spricht sie mit Prof. Dr. Louis Velthuis.

Der Professor für Controlling am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften wurde in Südafrika geboren und zog 1979 im Alter von 15 Jahren nach Deutschland. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und seiner Promotion führte ihn sein Weg an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Heute lebt und lehrt er in Mainz – einer Stadt, in der er sich nicht zuletzt wegen der Offenheit und Freundlichkeit der Menschen wohlfühlt.

Seine Erinnerungen an Südafrika sind von Gegensätzen geprägt. Velthuis berichtet von Apartheid und gesellschaftlicher Ungleichheit, zugleich aber auch von einer besonderen Lebensfreude, Hilfsbereitschaft und Gelassenheit. Diese Erfahrungen haben seinen Blick darauf verändert, was ein gutes Leben ausmacht. Glück, so seine Haltung, hängt nicht allein davon ab, was ein Mensch besitzt. Entscheidend ist auch, worauf er seine Aufmerksamkeit richtet: auf das Fehlende oder auf das, was bereits da ist.

Bis heute verbindet er Südafrika mit dem warmen Klima, der eindrucksvollen Landschaft und einer ausgeprägten Sportkultur. Gleichzeitig blickt er mit Sorge auf Armut und Kriminalität, die das Leben und das Sicherheitsgefühl im Land stark belasten.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft kommen seine beiden Heimatgefühle zusammen. Velthuis unterstützt zunächst die deutsche Nationalmannschaft. Sollte Deutschland ausscheiden, hält er zu Südafrika. Beiden Teams traut er den Einzug ins Achtelfinale zu.

So wird die WM für ihn zu mehr als einem sportlichen Ereignis: Sie verbindet Herkunft, Erinnerungen und sein heutiges Leben in Mainz.